Historie


Ahnen-, Firmen- und Produkthistorie

Seitdem der Deutsche Druckbehälterausschuß (DBA) im Jahre 1960 den Einsatz von Berstscheiben mit Berstdrücken von 190 bzw. 250 bar in Ventilen für Druckgasflaschen zwingend vorschreibt, befasst sich Peter Otto Wehberg, der Unternehmungsgründer der Wehberg Safety GmbH, erfolgreich mit der Herstellung von Berstscheiben für Druckgasflaschen und für andere Industriezweige, wie etwa der Getränkeindustrie oder der Hochdrucktechnik mit Berstdrücken bis 7000 bar.

Seit Jahrzehnten werden Berstscheiben auch in Handfeuerlöschern und in medizinischen Geräten verwendet.

Auch die Autoindustrie gehört zu unserem Kundenkreis, die unsere Berstscheiben in Airbags und Autogasantrieben (CNG) einsetzt.

Berstscheiben erfüllen den Anspruch auf höchste Qualität und Sicherheit. Mitte der 60er Jahre war es Peter Otto Wehberg, der begann, neue Materialien für Berstscheiben zu testen. In der Anfangszeit wurden Berstscheiben aus verzinntem Kupfer eingesetzt. Danach setzte Peter Otto Wehberg als erster in Deutschland zunächst Monel ein, eine Kupfer-Nickel-Legierung, um eine bessere Gleichmäßigkeit des anzustrebenden Zerreißdruckes zu erzielen und bald darauf reines Nickelmaterial, das noch heute eingesetzt wird.

Berstscheiben erfüllen ihre Aufgabe, wenn sie bei einem bestimmten Differenzdruck reißen. Es ist wichtig zu beachten, dass Berstscheiben unterhalb ihres Berstdruckes erheblichen Belastungen standhalten müssen, ohne vor dem planmäßigen Versagen zu bersten. Dies alles setzt einen hohen Qualitätsstandard voraus. Zuverlässige Mitarbeiter, die sich seit vielen Jahren unserem Unternehmen verbunden fühlen, sorgen für die reibungslose Herstellung von Werkzeugen und für die daraus zu fertigenden Berstscheiben. Es kommt nicht von ungefähr, dass in Lüdenscheid Berstscheiben produziert werden. Bevor wir Ihnen jedoch diese Hypothese untermauern, wollen wir kurz die Chronik der Familie Wehberg erwähnen.

Das Wappen, das sich die Familie Wehberg gegeben hat, gehört zu der Rubrik der "redenden" Wappen. Der Inhalt sagt das aus, was das Wort bedeutet: 3 gestaffelt stehende grüne Tannen in silbernem Schild weisen auf die bäuerliche Vergangenheit hin. Bei dem Schild handelt es sich um einen gotischen Halbrundschild, 15. - 16. Jh. Über dem Schild ist ein Stechhelm abgebildet mit klappbarem Visier und mit Helmzier, bestehend aus 3 Straußenfedern. Dieses Wappen befindet sich seit 1920 im Stadtarchiv der Stadt Lüdenscheid.

Aus Aktenmaterial, das sich im Staatsarchiv von Münster befindet, geht als für die Geschichte der Familie Wehberg bedeutungsvoll folgendes hervor:

  • Das mehr als 1000 Jahre alte Urfreigut Wehberg, dessen Sitz sich ca. 500 Meter von unserem Unternehmen entfernt befand, war der Stammsitz des alten Lüdenscheider Freibauerngeschlechtes Wehberg.
  • Ältester bekannter Ahnherr des Geschlechtes ist Peter von Wegeberghe, der um 1400 geboren wurde und 1477 lebte. Er war noch Besitzer des Gesamtgutes und wird in Urkunden vom 17. Januar 1473 und vom 18. November 1477 erwähnt.
  • 1521 war die Teilung des Gutes erfolgt. Oberwehberg befand sich als Freigut im Besitz des Bauern "Dar hoven to Wehgeberge" (Da oben zu Wehgeberge). Niederwehberg war abgesplissen und hatte den Freigutcharakter verloren. Es befand sich aber noch im Besitz nachgeborener Söhne der Familie Wehberg.
  • 1597 war Roloff zu Wegeberge Besitzer des ungeteilten oberen Freigutes, Urenkel unseres Ahnherrn Peter von Wegeberghe.
  • Sein Sohn und Nachfolger auf dem Gut war Peter zu Wegeberge II, der vor 1600 geboren wurde und nach 1651 starb. Um 1620 war das Freigut Oberwehberg in seinem Besitz.
  • 1633 war er auch Besitzer von Niederwehberg.
  • 1634 hatte er Teile des oberen Gutes seinen Kindern überlassen und zwar die Hälfte seiner Tochter Merge zu Wegeberge, ein Drittel seinem Schwiegersohn Johann Vetter, den Rest des oberen Gutes und Niederwehberg bewirtschaftete er selbst bis 1635 , unterstützt von seinem ältesten Sohn Hermann, dem er diese Gutsteile wohl zugedacht hatte, später von den jüngeren Söhnen Henrich und Caspar.
  • 1634-38 erfolgten während des 30-jährigen Krieges häufig Plünderungen der Güter durch eine feindliche Soldatesa. Belastungen durch Kriegskontributionen erschwerten das Leben außerordentlich.
  • 1635 wurde sein Sohn Hermann, als er das Gut vor den heranstürmenden Kaiserlichen schützen wollte, von den Soldaten erschossen.
  • Am 23. August 1635 erfolgte eine Abschätzung des oberen Gutes, wohl veranlasst infolge Erbschaftsmeinungsverschiedenheiten, hervorgerufen durch den Tod von Hermann, dem ältesten Sohn.
  • 1649 wird Peter zu Wegeberge II noch als Amtseingesessener urkundlich erwähnt. Er war lange Jahre Bauernschaftsvorsteher der Bauernschaft Wehberg.
  • 1651 erfolgte eine neue Festsetzung der Abgaben des oberen und des unteren Gutes. Oberwehberg war noch im Jahre 1676 im Besitz von Henrich Wegeberge, der das Gut 1687 an Henrich von den Schlöten verkaufte.
  • Die männlichen Vorfahren von Peter Otto Wehberg waren:
    • Abel Wehberg, geb. 1678 zu Wehberg, gest. 1767 in Kierspe
    • Friedrich Adolph Wehberg, geb. 1719 auf Haus Rahde, gest. 1793 in Mühlenschmidthausen
    • Friedrich Jacob Wehberg, Bauer, geb. 1748 in Mühlenschmidthausen, gestorben 1819 auf der Wolzenburg in Kierspe.
    • Johannes Wehberg, Bauer, geb. 1780 in Schleipe, gest. 1843 in Herlinghausen
    • Peter Caspar Wehberg, Reckschmied in Hüttebruch / Kierspe, geb. 1816, gest. 1879 in Hüttebruch
    • Friedrich Wehberg, Schüppenschmied in Hüttebruch an der Volme , geb. 1859 in Hüttebruch / Kierspe, gest. 1932 in Lüdenscheid
    • Otto Wehberg, geb. 1900 in Lüdenscheid, Unternehmer und Mitgesellschafter der Firma Gebrüder Wehberg in Lüdenscheid, gest. 1983 in Lüdenscheid
  • Peter Otto Wehberg, geb. 1935 in Lüdenscheid, Unternehmensgründer und geschäftsführender Gesellschafter der Firma Wehberg Safety GmbH

Aus dem vorstehend aufgeführten Aktenmaterial sind eindeutig die unternehmerischen Tätigkeiten der Vorfahren des Stammes Wehberg zu erkennen, sei es als Freibauern oder später als Schüppen- und Reckschmied oder seit 1912 als mittelständische Unternehmer mit Sitz in Lüdenscheid.